Stichelschleifmaschine (SSM)
14f: Schleifen eines Kantenstichels

Umschleifen eines abgebrochenen VHM-Bohrers zu einem Stichel:



Den VHM-Bohrer hatte ich mal abgebrochen, weil ich das Werkstück nicht festgespannt hatte :-(
Nun wollte ich daraus einen Stichel schleifen.
Allerdings stellte sich heraus, dass der Schaftdurchmesser 11.0 betrug und ich hatt enatürlich nur nur eine 10er und 12er Spannzange.
Eine Hülse 12/11 war mir zu kritisch, nur für diesen Bohrer eine 11er Spannzange kaufen wollte ich nicht also kaufte ich eine 18er Spannzange - das ist die grösste, die sich auf der SSM noch spannen lässt.
Und während ich auf die Lieferung der Spannzange wartete fertigte ich schon mal eine Reduzierung 18/11 an.

Das Drehen, vorbohren und Reiben (11 H7) erledigte ich auf der Drehmaschine, das Bohren und Schlitzen dann mit Hilfe des Spannblocks auf der Fräsmaschine.


li: Bohren der Schlitzendlöcher

re: Die geschlitzte Reduzierung d18/11x45




Irgendwie habe ich bei diesem Projekt kein Glück:
Nachdem ich die 18er Spannzange gekauft hatte stellte ich fest, dass sich die Form der Spannzangen mit Durchmesser grösser als 16 ändert, was für mein Vorhaben unpraktisch ist.
Deshalb versuchte ich die Bestellung auf eine 16er Spannzange abzuändern.
Aber natürlich war die 18er Spannzange kurz davor abgeschickt worden.

Also versuchte ich gar nicht erst eine Reduzierung d16/11x40 anzufertigen.

Sondern drehte doch eine d12/11x30. Obwohl ich so eine dünne Hülse (0,5 Wandstärke...) eigentlich nicht anfertigen wollte.

Erstaunlicherweise klappte das sogar, allerdings passte es nicht zur grossen Diamantscheibe (so gesehen hätte ich also weder eine 18er noch eine 16er Spannzange kaufen müssen, ich war mal wieder zu schnell).

Und deshalb spannte ich den Bohrer in der Drehstahlaufnahme ein, musste dazu aber erst noch ein Prisma fräsen und weil das ganze zu hoch war spannte ich den Bohre rnicht mit den beiden überstehenden Schrauben, sondern mit der Deckplatte fest.


li: Halbierung des Bohrers, eingespannt in der Drehstahlaufnahme mit Hilfe eines Prismas.
Weil es einige Scheuerspuren gab (s. Bild re:) habe ich den Kreuztisch ganz nach links geschoben.

re: Bohrer im Prisma, Scheuerspuren am Teilkopfträger.




Zum Formschleifen des Stichels kam dann wieder die Spannzange d12 mit der Reduzierung 12/11x30 zum Einsatz.
Zum Vorschleifen nutzte ich die grobe Kaindlscheibe und wechselte zum Fertigschleifen auf die normale Diamantscheibe.


Beim Schleifen hielt ich mich an Stefans Anleitung (dem ich hier einen besonderen Dank aussprechen möchte!):

Stichelrohling halbieren (mit Mikrometer messen)

Stichelrohling ausrichten um die Form und den Hinterschiff herzustellen:
- Rastung der Teilkopfspindel auf die mittlere Position (Schwenkbereich 180°)
- Teilkopfspindel an den linken Anschlag drehen
- Skalenring nullen
- Teilkopfspindel auf 90° drehen
- Rastung der Teilkopfspindel auf die rechte Position)
- Spannzange lösen, Stichel mit der Spanfläche am Finger ausrichten
- Spannzange spannen

Rastung der Teilkopfspindel auf die mittlere Position (Schwenkbereich 180°), am linken Anschlag liegt die Spanfläche waagerecht oben, am rechten Anschlag liegt sie waagerecht unten.

Freiwinkel an der waagerechten Einstellachse auf 30° einstellen (Faustregel Werkzeug-, Baustähle, Grauguss: 25°, Aluminium, Kunststoff: 35°, Messing: 30°.

Vor dem Schleifen kann man den Stichel mit einem Filzstift schwärzen, dann kann man nach dem Schleifen die Restfläche als hauchdünne schwarze Linie erkennen.

Stichel am Umfang freischleifen – durch die Winkeleinstellung entsteht automatisch der Keilwinkel und der radiale Hinterschliff.

Zum Schleifen der Stirnschneide die senkrechte Einstellachse auf 90° schwenken und schleifen, bis die Stirnschneide und die Schneidecke richtig ausgebildet sind.
Anschließend rotiert man die Teilkopfspindel um 180°, ohne die Feinverstellung zu bewegen. Dadurch wird die Stirnseite des Stichels auf der rechten Seite freigeschliffen.

li: Reduzierung 12/11x30

re: Der fertiggeschliffene Stichel in Form eines 45°-Kantenfräsers, kann auch zum Kantenfasen an der Drehmaschine genutzt werden.




Versuch einer eigenen Anleitung
  1. Am oberen und unteren Gelenk 0° einstellen
  2. Raststift in der mittleren Position, dabei darauf achten dass der Schwenkbereich 0° - 180° umfasst
  3. Raststift in der rechten Position, auf 270° schwenken, Halbierung schleifen
  4. Am oberen Gelenk den Konuswinkel, z. B. 7° für den Plattensitz einer *C*-WSP einstellen
  5. Am unteren Gelenk den Schneidenwinkel, z. B. 25° einstellen
  6. Nach links drehen bis zum rechten Anschlag (0°), Schneide schleifen
  7. Evtl. Zustellung reduzieren
  8. Nach rechts drehen bis zum linken Anschlag (180°), Stichel freischleifen
  9. Am oberen Gelenk 90° (quer) einstellenund Stirnseite schleifen, dabei nach rechts drehen bis zum linken Anschlag (180°), Stichel freischleifen

Warnung:
Ich bemühe mich zwar, sorgfältig zu arbeiten, aber ich muss Sie darauf hinweisen, dass Sie meine Hilfsmittel auf Ihr eigenes Risiko nachbauen!


wm-ssm14f.htm 10.12.2016 09:00